What happened so far...

Ein kurzer Auszug aus unserer Lebensgeschichte.

 

Wir sind Linda und Caro. Ehemals in Hannover, Münster, Gelsenkirchen, Duisburg und Köln wohnhaft. Ehemals die Gesichter des Blogs 'Like A Riot'. Ehemals auf der Suche. Nach dem großen Glück, endloser Freiheit, uns selbst und einem zu Hause, das mehr bedeuten sollte, als nur vier Wände um uns herum.


Wir fanden einander in der siebten Klasse und gingen seitdem gemeinsam durch Mordor und Lothlorien, teilten unsere kühnsten Träume, wurden von anderen als Phantasten und Spinner betitelt, weil wir unsere Freizeit lieber malend und schreibend, statt in den Diskotheken der Stadt verbrachten, lachten Tränen, lebten stets im Jetzt, die Welt galt es zu erobern, jedoch niemals im realen Hier - etwas trieb uns in eine weit entfernte, eine magische Realität. Schon immer rastlos in unseren Köpfen, konnten wir plötzlich gemeinsam rastlos sein, die Gedankengespinste der jeweils anderen weiterspinnen, da wo viele Personen um uns herum die Augen verdrehten.


Nach unserem Ausbildungs- bzw. Uniabschluss beginnen wir den Blog Like A Riot hauptberuflich zu betreiben (es war schon immer klar, dass wir uns einmal selbstständig machen, einen kreativen Job auf eigene Faust leben wollten). Wir brauchten ein Ventil für all das, was in unseren Köpfen vorging und ein Blog schien das perfekte Medium dafür zu sein. Am Anfang noch ein großes Abenteuer, verrennen wir uns Jahr für Jahr mehr in dem Beruf des Bloggers. Wir fliegen in einer riesigen Blase mit und machen Dinge, bei denen sich so manches Mal jede Faser unserer Körper zusammenzieht, so sehr widerstrebt es uns in Teilen. Wieder fühlen wir uns irgendwie deplatziert, so wie damals in der Schule schon. Dachten wir Jahre zuvor in unseren Kinderzimmern noch mit dem Herzen, so ist es nun der Kopf, der den Ton angibt. Unsere Herzen werden schwer und schwerer - wir lassen es geschehen, während die Freude am Job zunehmend weniger wird. Es ist im Grunde egal wie viel man wagt um seine Ziele zu erreichen, denn wenn der Kopf 'Ja' sagt, das Herz aber 'nein' schreit und man trotzdem stets nur den grauen Zellen folgt, dann wird man vielleicht irgendwo ankommen, aber nicht an dem Ziel, das einen wahrlich glücklich macht – und wir sprechen hier nicht von einem Glücklichsein im Sinne von zufrieden, nein, wir sprechen von so etwas wie Seelenfrieden. Wir wagen immer und immer wieder etwas Neues, setzen alles auf eine Karte, ohne zu wissen, ob wir als Blogger überhaupt unser Leben bestreiten können, beschreiten einen Weg in eine ungewisse Zukunft und bereuen diese Wahl nicht eine Sekunde. Trotzdem bekommen wir uns regelmäßig über die Arbeit in die Haare, die Freundschaft leidet, wir leiden. Wir denken um, versuchen etwas zu ändern, doch auch weiterhin gewinnt Hirn über Herz und wir befinden uns in einer dauernden Abwärts-Spirale. Klar gibt es auch tolle Momente und Projekte mit bzw. auf dem Blog. Wir lieben es, Fotos zu inszenieren und ausgefallene Projekte umzusetzen - das kommt allerdings nicht so gut an wie schnöde Outfits oder sehr private Posts. Wir geben erneut nach und mehr und mehr von uns preis. Wir fühlen uns immer öfter unwohl.


2015 wagen wir einen Schritt, der unser Leben nachhaltig verändern sollte – wir gehen für zweieinhalb Monate nach Island. Lindas Traum seit Jahren und was Lindas Traum ist, ist auch Caros. Wir ziehen von Köln zurück nach Hannover und in unsere alten Kinderzimmer, um Geld zu sparen. Als wir im Mai im Flieger nach Keflavik sitzen, ahnen wir noch nichts von der Tragweite dieser Entscheidung, die innerhalb von 5 Minuten an einem Sommertag in unserer heruntergekommenen Wohnung in Köln gefallen ist. Wir kommen an, fahren durch die magische Landschaft, deren Anblick uns in ein Gefühl von wohliger Wärme hüllt - wir fühlen uns richtig, als wäre dies exakt das HIER, an welchem wir JETZT sein müssen. Wir kommen an der umgebauten Garage an, die für die nächsten 96 Tage unser zu Hause sein soll. Das Teil ist pekig, mini und müffelt - wir lieben es. Wir richten uns ein und genießen jeden einzelnen Moment. Eine Woche später wagen wir uns ins Nachtleben. In einer Bar trifft Caro auf Logi, die Hochzeit findet am 20.09.2017 statt. Zu dritt erkunden wir Logis Heimat in seinem alten blauen Chevrolet. Wir verlieben uns mehr und mehr in das Land aus Feuer und Eis. In der letzten Woche trifft Linda Einar, die Hochzeit findet am 12.10.2017 statt. Als wir im Flieger zurück nach Deutschland sitzen, nehmen wir unendlich viele Glücksmomente mit, unsere Herzen zerreißen aber mit jeder Meile ein Stück mehr.


In Deutschland fühlt sich alles irgendwie unwirklich an. Wir sind nach wenigen Tagen total ausgelaugt und das Gefühl wohliger Wärme ist irgendwo über dem Atlantik verloren gegangen. Eine Woche später haben wir den nächsten Trip nach Island gebucht. Im November dann einen weiteren Flug, diesmal ohne Rückticket. Für uns steht Ende des Jahres fest: wir wollen, nein, wir müssen in Island bleiben – hier fühlen wir uns zu Hause, hier sind wir angekommen. Unsere erste gemeinsame Wohnung beziehen wir zu viert im Januar 2016, im August zieht unsere Katze Pommes bei uns ein, wir tanzen im Winter mit den Nordlichtern, feiern das erste Mal Weihnachten von unseren Familien weit entfernt im Schnee, wir verbringen Silvester Cider trinkend in einem HotPot mitten im Nirgendwo, im Januar 2017 verloben wir uns, im Juli ziehen wir in ein Haus am Meer und unsere zweite Katze Fritte gesellt sich dazu. Wir sind glücklich. Und dennoch sprechen wir hier noch nicht von Seelenfrieden sondern vom Zufriedensein. Island hat uns verändert, in vielen Hinsichten. Wir sind nicht mehr getrieben auf der Suche nach einem zu Hause, wir SIND zu Hause, wir gehen nicht mehr so gestresst durchs Leben, wir haben uns dem entspannten Lebensstil angepasst. Wenn wir in der Natur unterwegs sind, dann schalten wir unsere Köpfe aus, all unsere Sinne ein und fühlen unsere Herzen für dieses Land schlagen.


Im August 2017 merken wir endlich wo der Fehler liegt, was zum Seelenfrieden noch fehlt. Der Blog ist zu einem Klotz am Bein geworden und wir gestehen es uns zum ersten Mal ein. Dann lassen wir ihn los – einfach so. Es ist die beste Entscheidung seit langem. Wir legen Like A Riot also ad acta und gründen eine neue Plattform. Eine, die unsere Herzen und nicht mehr unsere Köpfe widerspiegelt. Eine Ode an unsere Heimat. Dear Heima.



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